Das Klonen von Pflanzen ist nichts Exotisches – es passiert überall in der Natur und gehört auch im Garten zu den ganz normalen Formen der Fortpflanzung. Klonen bedeutet einfach: Eine Pflanze erzeugt einen genetisch identischen Nachkommen, also eine Art Kopie. Viele Pflanzen haben dafür faszinierende Strategien entwickelt.
1. Stecklingsvermehrung – eines der bekanntesten Beispiele
Für viele Gartenfreunde ist das Klonen von Pflanzen ganz selbstverständlich. Wenn etwa
- Geranien,
- Lavendel,
- Fuchsien,
- Kräuter wie Rosmarin oder Basilikum
über Stecklinge nachgezogen werden, entstehen genetisch identische Pflanzen. Das ist die klassische Form der vegetativen Vermehrung.
2. Ausläufer – Klone, die sich rund um die Mutterpflanze ausbreiten
Einige Pflanzen bilden sogenannte Ausläufer, die neue, genetisch identische Pflanzen hervorbringen. Typische Beispiele:
- Erdbeeren – ihre langen Ranken bilden Mini-Pflanzen, die zu vollständigen Pflanzen heranwachsen.
- Minze – breitet sich über unterirdische Ausläufer aus und bildet ganze Klon-Teppiche.
- Bambus – oft ein großflächiger Klonverband, der über Rhizome wächst.
3. Ableger von Zimmerpflanzen
Viele beliebte Zimmerpflanzen lassen sich auf natürliche Weise klonen:
- Pflanzen wie Grünlilie bilden kleine Ableger an langen Stängeln.
- Sukkulenten wie Echeverien erzeugen „Kindel“, die sich zu genetisch identischen Einzelpflanzen entwickeln.
- Sansevieria (Bogenhanf) bildet Rhizome, aus denen neue Klonpflanzen entstehen.
4. Zwiebel- und Knollenpflanzen – natürliche Klonmaschinen
Auch viele Zwiebel- und Knollenpflanzen vermehren sich klonal:
- Tulpen bilden Tochterzwiebeln.
- Kartoffeln wachsen aus Knollen, die exakt gleiche Pflanzen hervorbringen.
- Knoblauch vermehrt sich über einzelne Zehen – jede Zehe wird zu einer identischen Knolle.
5. Natürliche Klone in der Wildnis
Einige der ältesten Lebewesen der Erde sind Pflanzenklone:
- Pando, ein riesiger Espen-Klon in den USA, gilt als einer der größten Organismen der Welt.
- Seegraswiesen bestehen oft aus weitläufigen Klonfeldern, die sich über Jahrhunderte zusammenhängend ausbreiten.
- Moose und Flechten können riesige Klonkolonien bilden, die genetisch identisch bleiben.
6. Klonen in der professionellen Zucht
In der Pflanzenzucht werden Klone genutzt, um bestimmte Eigenschaften zuverlässig weiterzugeben:
- Weinreben werden oft als Klone gepfropft, um Geschmack und Qualität zu sichern.
- Obstbäume wie Apfel oder Birne bestehen meist aus Klonen bestimmter Sorten, die auf Unterlagen veredelt werden.
- Zierpflanzen wie Rosen, Hibiskus oder Hortensien basieren häufig auf klonaler Vermehrung, um Farbe und Wuchsform zu bewahren.
